Erster Erfolg bei der Ausstattung der Toiletten

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Ausgangssituation

Gleich zu Beginn des Schuljahres 2015/2016 wurde durch die lieben, kleinen, bisher zu Hause und im Kindergarten (Sanitär) verwöhnten Erstklässler und die anfänglich auch auf die entsprechenden Örtchen begleitenden Eltern festgestellt: Klopapier ist knapp bzw. nicht vorhanden (die Aussagen die Kinder nehmen die notwendige Ration Toilettenpapier aus dem Klassenzimmer mit, hielten wir anfänglich für eine Übertreibung) und die Benutzung der Anlagen verlangt entweder eine geruchsunempfindliche Nase und / oder einen starken bzw. leeren Magen.. Sicher erinnert sich jeder noch an seine eigene Schulzeit oder hat Vergleiche, Schultoiletten luden noch nie zum Verweilen ein… aber die Diskussion und Aufregung unter den Eltern war (erneut) entfacht. Der Ruf nach Veränderung hallte über den Schulhof…

Zunächst haben sich die Elternsprecher der 1 c der Sache angenommen. Der Ist-Zustand wurde ermittelt, dokumentiert und ausgewertet. Es folgte eine erste schriftliche Beschwerde bei der Schulleitung und dem zuständigen Ortsvorsteher, gefolgt von einem ersten Gespräch und Weiterleitung unseres Anliegens in die Weiten der städtischen Verwaltung

In erster Instanz erhielten wir die die Auskunft, die Kassen sind leer, die sanitären Anlagen in einem doch guten Zustand und für die subjektiven Mängel doch in erster Linie und schon immer die KINDER verantwortlich. (???)

Wir erfuhren wie viele Zuständigkeiten es für eine einzelne Schultoilette gibt und nahmen zu allen Kontakt auf. Wir nahmen die von uns Wiederitzschern und Leipziger gewählten Vertreter in Ortschafts- und Stadtrat und Landtag mit ins Boot und wir fanden weitere aktive Unterstützung in der Elternschaft und dem Förderverein der Grundschule Wiederitzsch.

In der Vorbereitung informierten wir uns über Toilettenanlagen in Schulen im Allgemeinen und Speziellen, bereits erfolgreich abgeschlossenen Projekte, Hygienische Anforderungen und Umsetzung der Anforderungen in unserem Objekt. Wir zeigten festgestellte Reinigungsmängel bei Schulleitung an und führten Gespräche mit der Reinigungsfirma. Wir lernten was tägliche Reinigungsleistungen einer Schule umfassen, wir erfuhren von Zeitvorgaben und wir erkannten das unsere Kinder eigentlich nie eine saubere Toilette vorfinden können, bei einer Reinigung pro Tag (17:00 Uhr) nach Schul-/ Hortende aber noch vor oder zwischen der Turnhallennutzung. Die logische Feststellung und Forderung: Turnusreinigung – mehrmals täglich, verkürzt am Ende des Tages auch den Aufwand der täglich mindestens erforderlichen Reinigung. Aber: über die Mindestanforderung einer täglichen Reinigung ist keine zusätzliche Reinigung durchzuführen bzw. zu finanzieren. Aha.

Wahrnehmung kann unterschiedlicher nicht sein.

Diese ganzen Aktivitäten und der offensichtlich erste Hilfeschrei aus Wiederitzsch der bei der Stadt registriert einging, führte zu einem Vor-Ort-Termin am 26.10.2015 der Elternvertreter, des FVGSW, verschiedener Abgeordneter mit Themenschwerpunkt Schule und Bildung, dem Amt für Jugend, Familie und Bildung, dem Amt für Gebäudemangement (AGM) sowie der Schulleitung nebst zuständigem Hausmeister. Die zunächst subjektiven Mängel und Unzulänglichkeiten in der Ausstattung und dem baulichen Zustand wurden entsprechend wahrgenommen und festgestellt. Der Termin endete in konstruktiven Vorschlägen und Vereinbarung weiterer Termine zur Verabredung weitere Maßnahmen und durchausmöglicher Sofortmaßnahmen.

Aussitzen ist keine Option.

Die anfängliche Euphorie über die Ergebnisse des Vor-Ort- Termins verflog sehr rasch ob der Tatsache das die zugesagten Rückmeldungen ausblieben und endete in einem verschärften, zeitraubenden E-Mail- Schriftverkehr und wiederum den Aussagen, die Schultoiletten seinen in Ordnung, die Kinder Schuld und die aufgezeigten Mängel eher die Befindlichkeiten der Eltern. Zwischenzeitlich war die Motivation der Eltern gleich Null hier, neben Beruf, Familie und sonstigen Verpflichtungen weiter zu kämpfen, sich weiter zu ärgern und weiter Zeit zu investieren. Aber wir motivierten uns gegenseitig und machten weiter.

Ein offenes Ohr

Eine weitere Terminvereinbarung mit der Stadt fand zum Thema Ausstattung (Toilettenpapierhalter, Handtuchhalter, Seifenspender etc) auf Drängen der Eltern und des Fördervereins der Grundschule am 19.11.2015 statt. Dort erhielten wir die ersten wirklich konstruktiven Vorschläge zu unseren Forderungen: jedem Kind auf jeder Toilette Toilettenpapier zur Verfügung zu stellen, den Kindern die Händereinigung mit durch Kinder verwendbare Spendersysteme für Handtücher und Seife zu ermöglichen, dem widerlichen Geruch (auch, aber nicht ausschließlich) mit einem angenehmen Duft zu begegnen. Weiterhin gab es tatsächlich Möglichkeiten, das ständige Wechseln der qualitativ minderwertigen Toilettenbrillen wegen Beschädigung oder Defekt zu Lasten des Schulbudgets zu beenden. Wunderbar… aber natürlich nicht kostenlos oder zu 100% durch die Stadt finanziert zu bekommen.

Im Gespräch nahmen wir noch einmal die Tatsachen unserer Schule in den Fokus… 300 Grundschüler + einen nicht definierte Zahl von Nutzern der Toilettenanlagen durch Oberschule und Turnhallenbelegung, Vollzeit sprich Ganztagsnutzung durch Schule, Hort und Sportvereine, Hochfrequenz und hoher täglicher Verschmutzungsgrad auf kleiner Fläche, Toilettenanlage zentral auf nur einer Ebene der Schule … 1 Reinigung der Gesamtanlage. Im Gespräch wurde die Zusage erteilt eine Vergleichsrechnung mit einem der Grundschule Wiederitzsch in Schülerzahl und Größe vergleichbarem Objekt, allerdings mit einer Verteilung der Sanitäreinrichtungen auf mehrerer Etagen, durchzuführen und die sich andeutende Benachteiligung unserer Schule aufzuzeigen.

Der erste Erfolg zum Thema Ausstattung

Es folgte wiederum ein reger bisweilen im Ton sehr harscher Schriftverkehr und ein Austausch von Zahlen, Nachrechnen, Korrigieren Nachbessern, Verhandeln. Schlussendlich lag uns am 10.12.2015 die abschließend verhandelte Kalkulation der Kosten für die Spendersysteme (Leihe und Verbrauchsmaterial), die endverhandelten Kosten für die Ausstattung der Toiletten mit hochwertigen „unkaputtbaren“ Toilettenbrillen sowie das Ergebnis und Ergebnisverwendung der Vergleichsrechnung zu unseren Gunsten unserer Schule vor. Diese konnte dann am 11.12.2015 unterschriftsreif der Schulleitung präsentiert werden.

1. Durch die Vergleichsrechnung wurde eine Benachteiligung der GS Wiederitzsch festgestellt, die damit geheilt wird, das ab Januar 2016 eine tägliche Zwischenreinigung der Sanitären Einrichtungen zunächst schultäglich 12:00 Uhr stattfinden wird.
2. Die neuen Toilettenbrillen werden installiert..
3. Die Spendersysteme mit den Zugaben an Verbrauchsmaterialein werden bestellt und installiert. Rechnerisch ergibt sich zunächst ein Kostenvorteil zum derzeitigen Aufwand an Verbrauchsmaterial.

Spender sind am 18.12.2015 in die GS geliefert wurden, die Installation erfolgt in der ersten Januarwoche 2016.

Teilerfolge

Bezüglich der notwendigen baulichen Instandsetzungen gab es bereits Aktivitäten, die allerdings in Eigenregie der Stadt ohne Abstimmung mit der Schule und dem angedachten Gesamtkonzept der initiierenden Eltern und des Fördervereins der Grundschule erfolgten. Eine genaue Definition der Sofortmaßnahmen haben wir leider bislang nicht erhalten. Mit dem Verweis auf knappe Kassen wurden bislang die nicht vorhandenen bzw. beschädigten Silikonfugen erneuert und zwei Heizkörper (??) getauscht. Weitere Arbeiten sind für die letzte Woche 2015 avisiert und sollen Maler- und Tischlerarbeiten umfassen. Wir bleiben gespannt und werden die Arbeiten im Auge haben.

Was wir noch erreichen wollen.

Der nächste Termin in der Sache ist vereinbart und findet am 07.01.2016 in der GS Wiederitzsch statt. Unserer Zielstellung: Toiletten, Urinale und Waschbecken die seit über 15 Jahren nicht erneuert wurden, sollen ausgetauscht werden, gleiches soll mit den ständig defekten Spülkästen geschehen. Die Überprüfung der Rohrdimensionierung sowie Spülung / Reinigung der Abflussleitung muss dringend erfolgen um dem üblen Geruch weiter auf die Spur zu kommen und Abhilfe zu schaffen.

Wir erwarten konstruktive Vorschläge und im zweiten Schritt zeitnahe Umsetzung unter Abstimmung der Finanzierungsmöglichkeiten.

Wir halten Euch informiert.

Elternrat und Förderverein vertreten durch

Frau Schmiezek und Herr Torney

Ein Gastbeitrag von Frau Schmiezek zur aktuellen Toiletten-Situation.